JOHANNISLOGE – HELWEG – BOCHUM

der andere Weg …

Die Geschichte der Johannisloge Helweg

Die Johannisloge Helweg wurde am 18.01.1923 gegründet, man muss heute sagen auf dem Papier, denn dieses Datum wurde gewählt, da es bis 1919 ein hoher preußischer Feiertag war.(Zur Erinnerung, der 18.01.1701 war der Krönungstag und der 18.01.1871, war der Wiederherstellungstag des Deutschen Reiches.)

Da die Gründungsväter unserer Johannisloge sehr großen Wert auf preußische Tugenden legten, war dieses Datum für sie alternativlos. Der Gründungstag, war ein Donnerstag, sodass die reguläre Einsetzung mit großer Sicherheit am Samstag den, 20.01.1923, in den Räumen der Johannisloge „Reinoldus zur Pflichttreue“, in Dortmund erfolgte.

Das Logenhaus

Die nächsten Jahre arbeitete unsere Loge von da an auch in den Räumlichkeiten der Johannisloge „Reinoldus zur Pflichttreue“ in Dortmund, damals noch in ihren alten Räumlichkeiten.

Es war in diese Zeit schon sehr mutig einen solchen Schritt zu wagen, denn die Weimarer Republik war noch nicht alt und kaum gefestigt. Die junge Republik, steckte mitten in einer existenzbedrohenden Rezession, die in diesem Stiftungsjahr Ihren Höhepunkt erreichte. Der Staat war zu diesem Zeitpunkt zahlungsunfähig.Die französische Armee hatte mit Unterstützung der belgischen Armee am 11.01. 1923 das Rheinland besetzt, da die Regierung der Weimarer Republik mit den Reparationszahlungen, die in dem Versailler Vertrag festgesetzt waren, im Rückstand lag. Am 15.01.1923, wurde Bochum besetzt, wobei es zu blutigen Zusammenstößen kam, am 16.01.1923 wurde auch Dortmund besetzt. Am „Gründungstag“ besetzte die Armee, die Reichsbankstellen und beschlagnahmte die Lohngelder. In der Zeit des „Ruhrkampfes“ verloren über 130 Menschen ihr Leben.

In dieser unruhigen und unsicheren Zeit gründeten 19 Brüder die neue Johannisloge, die bis auf einen Bruder, der Mitglied der Johannisloge „Rose und Akazie“ Düsseldorf war , Mitglieder der Johannisloge „Reinoldus zur Pflichttreue“ in Dortmund waren. Sie alle lebten in Bochum und Umgebung. Aus diesem Grund wurde als Logensitz Bochum gewählt. Die Gründungsmitglieder der Johannisloge „Reinoldus zur Pflichttreue“ waren zuvor Mitglieder einer Loge, die zur Großloge „Zur Sonne in Bayreuth“ gehörte. Dort fühlten sie sich aber nicht mehr wohl und gingen erst in die Dortmunder Loge, um von dort aus die Johannisloge Helweg in Bochum zu gründen.

Die „ungewöhnliche“ Schreibweise unserer Johannisloge Helweg (mit nur einem „l“) liegt folgende Geschichte zu Grunde:

Unsere Gründungsväter waren überzeugte Monarchisten und Anhänger des preußischen Staates seiner Tugenden und Werte. So schrieben sie in ihrem Stiftungsantrag folgendes zur Namensgebung und zum Gründungsdatum.

Unser Bijou

„Helweg“ ist der Name eines uralten Germanische Höhenweges, zwischen Emscher und Ruhr, der als Heeresstraße und nach alten Überlieferungen auch als Heiliger Weg, zum höchsten Germanischen Heiligtum, zur Irminsul, führte. Im Laufe der Geschichte sind auf dem „Helweg“ nicht nur Händler, sondern auch fremde Eroberer in das Land gekommen und haben Tod und Schrecken gebracht (z.B. Varus, Napoleon I.).

Der „Helweg“ ist somit auch ein Name für einen Leidensweg, über den viel Leid über die hart arbeitende Bevölkerung in dieser Gegend kam.

Der Herrschaft Napoleons folgte die preußische. Ihre klar umrissenen Strukturen gab den Menschen ein Gefühl von Sicherheit und Vertrautheit, das lange ihre Gültigkeit haben sollte.

Unsere Johannisloge wuchs über die nächsten Jahre beständig weiter, sodass sie im Jahr 1928, 34 wirkliche Mitglieder, neun Ehrenmitglieder und neun ständig besuchende Brüder in Ihrem Mitgliederverzeichnis hatte.

Wie alle anderen Logen, in Deutschland, so wurde auch bei uns 1935 die Loge, nach einem harten Kampf, sowohl gegen die Regierung und auch gegen den Orden, geschlossen.

Im Jahre 1949 wurde sie reaktiviert und begann ab dieser Zeit erneut ihre Arbeit. Zuerst arbeitete man wieder in den Räumen der Johannisloge Reinoldus zur Pflichttreue in Dortmund, bevor man eine Zeitlang in den Räumlichkeiten der Harmonie in Bochum am Stadtpark eine Heimat fand. Später entschloss man sich dann in die Räume der Loge „Zu den drei Rosenknospen“ in Bochum zu ziehen, dort arbeitet unsere Johannisloge bis heute.